Vor genau einem Jahr hatte ich eine der produktivsten Wochen meines Jahres — die Woche, in der ich netto 2.463 € verdient habe. Das klingt für viele erst mal nach Glück, aber meine Erfahrung zeigt: es war das Ergebnis von Vorbereitung, Priorisierung und gezieltem Angebot statt Zufall. Ich beschreibe hier, wie diese Woche entstand, was ich konkret getan habe, wie sich die Summe zusammensetzte und welche Lehren ich gezogen habe.
Die Ausgangslage war simpel: ich hatte eine marktfähige Fähigkeit (Webdesign und einfache Online-Marketing-Beratung), ein paar halbfertige Mini-Produkte und einen kleinen Bestand an gebrauchter Technik, die ich loswerden wollte. Statt alle Kanäle gleichberechtigt zu bedienen, habe ich mich auf die lukrativsten Hebel konzentriert.
So setzte sich die Woche zusammen (Beispiel-Aufschlüsselung, damit die Zahlen nachvollziehbar sind):
- Ein komplettes Website-Projekt für einen kleinen Dienstleister: 1.200 €. Ich hatte bereits eine vorbereitete Vertragsvorlage, ein Angebotspaket mit klaren Deliverables und eine Designvorlage, die ich anpassen konnte — so sparte ich viel Zeit bei der Umsetzung.
- Drei bezahlte Beratungssessions (je 200 €) zur Conversion-Optimierung und Google-Ads-Grundkonfiguration: 600 €.
- Verkauf eines Mini-Online-Kurses (10 Verkäufe à 30 €): 300 €. Der Kurs war bereits aufgenommen; diese Woche habe ich ihn über meinen Newsletter und ein paar Social-Ads gepusht.
- Verkauf gebrauchter Geräte (zwei Laptops, ein Tablet): 200 €.
- Kleinere Einnahmen aus Microtasks/Plattformaufträgen und Affiliate-Provisionen: 163 €. Summe: 2.463 €.
Worauf ich mich konzentriert habe — die operative Kurzfassung:
- Priorisieren statt alles gleichzeitig: Zuerst die Aufgabe mit dem höchsten Ertrag und klar definiertem Zeitaufwand (die Website). Danach die Beratungssessions, die pro Stunde einen hohen Stundenlohn brachten.
- Produkte wiederverwenden: Statt alles neu zu erstellen, habe ich Vorlagen, Module und Kursbestandteile wiederverwendet. Ein fertiger Kurs skaliert Einnahmen ohne linearen Mehraufwand.
- Klare Angebote & Fristen: Jedes Angebot enthielt genaue Leistungen, Zeitplan, Revisionen und eine Anzahlungsklausel (30 %). Das reduziert Rückfragen und verzögert Zahlungen nicht.
- Multikanal, aber geplant: Ich nutzte Newsletter, LinkedIn-Posts und eine kleine zielgerichtete Werbeanzeige für den Kurs. Die Ads waren bewusst klein budgetiert; der Haupttreiber war der persönliche Kontakt zu früheren Kunden.
- Schnell verkaufen, rational kalkulieren: Gebrauchtgeräte habe ich bewusst als „Schnellverkauf“ eingegeben (leichter Preisnachlass), um Bargeld zu generieren — besser, als ewig auf den Höchstpreis zu warten.
Was mir in dieser Woche geholfen hat (konkrete Tipps):
- Paketpreise anbieten: Kunden lieben Klarheit. Statt Stundenabrechnung habe ich Endpreise für Website-Pakete angeboten — das macht Entscheidungen leichter.
- Automatisierte Abläufe: Standard-E-Mails für Angebot, Rechnung und Übergabe sowie Checklisten für die Umsetzung haben viel Zeit gespart.
- Kleine Reserven einplanen: Für unvorhergesehene Korrekturen habe ich Pufferzeiten eingeplant, so blieb die Woche planbar.
- Kundenkommunikation priorisieren: Schnelle Antworten verkürzen Entscheidungszyklen. Innerhalb weniger Stunden Feedback geholt, das Projekt nicht wochenlang gebremst.
- Fokus auf Qualität: Positive Bewertungen und Empfehlungen sind das nachhaltigste Marketing. Lieber ein kleiner Auftrag sehr gut ausliefern als viele mittelmäßige.
Herausforderungen und Stolperfallen:
- Zeitmanagement: Der Spagat zwischen Kundenarbeit, Kursvermarktung und Verkauf von Gebrauchtware ist nicht trivial. Ohne tägliche Zeitblöcke hätte ich das nicht geschafft.
- Liquidität & Zahlungsfristen: Einige Zahlungen kommen verzögert. Eine Anzahlungspraxis (z. B. 30–50 %) schützt vor unbezahlten Leistungen.
- Rechtliches/Steuern: Einnahmen sammeln sich schnell — je nach Land/Status muss man Steuern und Sozialabgaben bedenken. Ich habe daher einen Teil direkt in Rücklagen für Steuern gelegt.
- Erwartungen managen: Klare Verträge und Scope-Definitionen verhindern, dass kleine Änderungswünsche unverhältnismäßig viel Zeit fressen.
Was ich anders machen würde:
- Mehr Automatisierung beim Verkauf: Für den Kurs hätte ich ein schlaueres Funnel-Setup mit klareren Follow-ups bauen sollen — dadurch wären vermutlich mehr Verkäufe möglich gewesen.
- Höhere Preise bei Beratung: Bei hoher Nachfrage kann man ohne großen Mehraufwand Stundensätze anheben.
- Skalieren statt sprinten: Eine wiederholbare Betreuung (Retainer-Modell) anstreben, statt nur einzelne Projekte zu verkaufen — das erzeugt planbare Wochen mit ähnlichen Einnahmen.
Abschlussgedanken Die „2.463 € Woche“ war für mich kein einmaliges Wunder, sondern das Ergebnis von vorhandenem Können, klaren Angeboten, Priorisierung und ein bisschen Mut, vorhandene Produkte/Kapazitäten zu monetarisieren. Wichtig ist: solche Wochen sind erreichbar, aber sie sind kein dauerhafter Automatismus ohne Arbeit. Wenn du willst, kann ich dir ausgehend von deinen Fähigkeiten einen konkreten 7-Tage-Plan erstellen — inklusive Prioritätenliste, Angebotsvorlage und realistischem Zeitplan. Willst du das?

